100 Jahre ist sie alt und doch so jung: die Warnemünder Woche

Was hat sich in den letzten Wochen nicht alles im Heimatmuseum gestapelt: bunte, von Hand gezeichnete Urkunden mit damals moderner Fraktura Schrift. Dann schon bereits gedruckte moderne Auszeichnungen. Glänzende und ein bisschen skurrile Pokale. Dort ein Rahmen mit sortiertem „Goldstaub“, die überaus begehrten Cockpitplaketten in allen Farbnuancen. Es hängen Westen, T-Shirts, Jacken an Schranktüren. An der Wand vergilbte alte Dreieckskurse und neue Regattakurse. Natürlich Fotos über Fotos, einzeln oder in abgegriffenen Alben mit Lesezeichen markiert. Zeitungsausschnitte aus Warnemünder Tageszeitungen, der Zeitschrift „Yacht“.

Es ist geschafft: „100 Jahre Warnemünder Woche“ heißt die Sonderausstellung im Heimatmuseum. Der Museumsverein ist glücklich, dass diese Woche im Juli bei den Warnemündern gestern wie heute hoch im Kurs steht. „Die Segler haben uns eine Menge gehüteter Erinnerungen an die eigene Leidenschaft des Segelns anvertraut um sie auszustellen.“ so Uwe Heimhardt, Chef des Museumsvereins. Nicht wegzudenken die Chronik des Warnemünder Segel-Clubs, denn hier ist historisch belegt und nachzulesen, dass am 11. Juli 1926 und am 14. Juli des gleichen Jahres die Mecklenburgische Bäderwettfahrt gestartet wurde. Diese Regatta ging als erste Warnemünder Woche in die Geschichte ein und war ab sofort und bis heute untrennbar mit der Entwicklung des Warnemünder Segel-Clubs verbunden.

Während noch im „Programmheft der Verbands- und Ausgleichswettfahrten“ von 1926 in den höchsten Tönen gelobt wird, dass 47 Yachten vorm Westmolenkopf starteten, sind laut Meldeportal der Warnemünder Woche 2026 eine Weltmeisterschaft, eine Eurochallenge, Internationale Deutsche Meisterschaften, eine German Open, ein German Best Ranking, die Eastern District Championship und etliche Ranglistenregatten geplant. 363 Boote sind mit über 600 Aktiven am Start. Frauen und Männer aus dem Warnemünder Segel-Club und befreundeten Clubs sorgen tatkräftig ehrenamtlich für die Austragung der Warnemünder Woche über Jahre und Stürme hinweg. 2026 sind es allein 300 Ehrenamtliche. In der „Yacht“ hieß es 1927 über glänzend verlaufende Wettfahrten „…Annehmlichkeiten, die hoffen lassen, dass die Warnemünder Woche zu Glanz ersteht und die Beteiligung im nächsten Jahr noch größer wird“.

Die Ausstellungsmacher hatten es leicht, den tatsächlich fortlaufenden Glanz der Warnemünder Woche auch in ihrem 100. Jahr seit 3. Juli 2026 in der Sonderausstellung im Heimatmuseum in der Alexandrinenstraße 10 darzustellen. Alle Seglerinnen und Segler der Warnemünder Woche ehrenamtliche Crew haben freien Eintritt zur Ausstellung. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Monika Kadner

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