Sie sind immer Herr der Lage

    Sie sitzen bei der 83. Warnemünder Woche in der ersten Reihe und haben das ganze Segelgeschehen im Blick. Sie wissen immer genau, wann was wo stattfindet. Bei ihnen laufen alle Fäden im Hinblick auf die Wettfahrten zusammen. Die Rede ist von Peter Becher und Gode Sevecke. Gemeinsam sind sie bei den Segelwettbewerben der Warnemünder Woche für „die Lage“ zuständig.

    „Die Wettfahrtleiter sind in grün geschrieben, die jeweiligen Bootsklassen in rot und die Bahnen in schwarz. Ein Anker markiert die Position der Start- und Zielschiffe“, sagt Peter Becher und zeigt auf ein Flipchart vor dem langen Schreibtisch im Lage-Zelt am Ende der Mittelmole. Alle relevanten Informationen zu den Wettfahrten sind vermerkt. „Alles, was wichtig ist, hängt hier bei uns an der Wand, ist bei uns im Kopf oder im Laptop abgespeichert“, ergänzt Gode Sevecke.

    Der pensionierte Lehrer ist schon seit 1993 bei der Warnemünder Woche im Einsatz. Erst war er als Schiedsrichter tätig, mittlerweile sitzt es bereits zum fünften Mal gemeinsam mit Peter Becher in der Lage. Als ehemaliger Jury-Chef kümmert sich Sevecke in der Lage schwerpunktmäßig um die regattatechnischen Dinge. Fachlich ergänzen sich Sevecke und Becher gut. Peter Becher ist ehemaliger Kapitän und gelernter Hochseefischer. In der Lage ist er für die seemannschaftlichen Bereiche zuständig. „Das Wetter und das ganze Funk-Tüdelüt macht Peter“, umschreibt Gode Sevecke Bechers Aufgaben.

    Genauer gesagt beobachtet Peter Becher nach dem morgendlichen Video-Briefing durch den Deutschen Wetterdienst auch im weiteren Tagesverlauf das Wetter und gibt die Informationen per Funk an die Wettfahrtleiter weiter. Wie gut sich Becher und Sevecke fachlich ergänzen ist auch Hauptwettfahrtleiter Peter Ramcke aufgefallen: „Die beiden sind ein echtes Dreamteam.“ Als Team behalten die beiden Pensionäre während der Warnemünder Woche die Zeiten von Starts und Zieleinläufen, die Bahnverteilung, den Wind, die Zuteilung der Wettfahrtleiter und die einzelnen Klassen im Blick. Außerdem verfolgen sie den Kanal 73 der Revierfunkzentrale, um den Schiffsverkehr im Auge zu behalten. Nebenbei sorgen sie dafür, dass immer alle Funkgeräte für die Wettfahrtleiter und ihre Crew geladen sind.

    Kurzum: Sie sind immer Herr der „Lage“ und wissen genau, was gerade wo passiert, und geben die Informationen weiter. Als eines sehen sich Peter Becher und Gode Sevecke aber nicht: als Kontrolleure – eher als Verbindung zur Wettfahrtleitung.