Perfekte Bedingungen: Seglerinnen und Segler sind begeistert

Das die vergangenen Tage bestimmende Tief über dem Baltikum hat sich heute weiter abgeschwächt, und der Sommer kehrte endgültig an die Warnow zurück. Für die Seglerinnen und Segler bedeutete dies Wind aus Nordwest, langsam zurückdrehend auf West. Und das bei Windgeschwindigkeiten zwischen elf und 13 Knoten. Kurz: feinstes Segelwetter.
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Bei wirklich traumhaften Bedingungen auf der küstennahen Bahn Bravo vor dem Warnemünder Strand segelten die Kids heute drei Rennen. Mit insgesamt fünf erfolgreichen Wettfahrten liegen die Boys and Girls Championships damit voll im Zeitplan. Für den morgigen Freitag ist eigentlich ein Ruhetag vorgesehen, doch die Wettfahrtleitung überlegt, diesen auf den Samstag zu verlegen. Bereits am Freitag soll der Wind deutlich nachlassen, bevor er am Samstag noch weiter einbricht. Um den Kindern noch einen weiteren schönen Segeltag zu ermöglichen, würde eine entsprechende Verlegung der Rennen auf den Freitag Sinn ergeben.
Nach dem zweiten Tag auf dem Wasser führt der Österreicher Jakob Gsell die Ergebnisliste an. Doch dicht dahinter folgt ihm mit nur zwei Punkten Abstand die Dänin Tora Aviaya Hammershøj Callesen. Beide haben bereits ein recht hohes Streichergebnis eingefahren: Gsell einen fünften Platz im fünften Rennen, Callesen einen achten Platz im zweiten Rennen. Ein leichter Vorteil für Gsell, doch es stehen noch immer fünf geplante Rennen an zwei Tagen aus, in denen noch viel passieren kann.
Korsar

Auch die Seglerinnen und Segler bei den Korsaren kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Wir hatten Sonne, Wind – was will man mehr? Die Welle hätte vielleicht etwas länger sein können, damit wir da besser durchkommen, aber es hat ja noch gut gepasst bei uns heute“, sagt Silja Braun, die zusammen mit ihrer Schwester Jonna Braun heute gleich zwei erste Plätze ersegelte. Schon mit etwas Abstand dahinter folgen Denis Trötschel mit Jörg Diestelmann sowie Alexander Bikupek und Sven Wirtz – beide Crews punktgleich.
Die Klasse hat ein unteres Windlimit von vier Knoten. Zumindest für den Freitag lässt die Vorhersage erkennen, dass Rennen angeschossen werden können.
„Für uns ist es tatsächlich besser mit wenig Wind. In der letzten Wettfahrt hatten wir ja etwas mehr Wind, und da wurden die schwereren Crews dann auch gleich wieder schneller. Für uns ist es also gut, wenn der Wind morgen etwas abnimmt“, so Braun.
Kielzugvogel

Nach den schwierigen Bedingungen am Vortag und dem annullierten Rennen profitierten die Kielzugvögel ebenfalls von den guten Bedingungen.
„Wir hatten wirklich optimale Bedingungen und konnten drei Wettfahrten segeln“, schwärmt Wettfahrtleiter Jan Büttner. Doch gleich in der ersten Startphase lief es wieder nicht rund. Gleich drei Boote kollidierten und konnten gar nicht erst in die Regatta starten. Zumindest ein Boot trug einen größeren Schaden mit leichtem Wassereinbruch davon und musste herausgekrant werden. Die anderen beiden Boote haben zwar auch leichte Beschädigungen, können aber wahrscheinlich morgen an den Start gehen.
„Wir hoffen, dass wir morgen bei ähnlichen Bedingungen starten können. Samstag müssen wir sehen. Das unterste Limit liegt bei drei bis vier Knoten Windgeschwindigkeit, und vier Knoten sind eigentlich schon grenzwertig“, sagt Büttner.
Nach drei gesegelten Wettfahrten führt Frank Schönfeldt das Feld der Kielzugvögel an. Nicht weit dahinter folgt Axel Fischer, nachdem Alexander Morgenstern disqualifiziert wurde. Mit etwas mehr Abstand folgt Benjamin Auerbach.
J/70

Die 15 Crews in der Klasse der J/70 äußern sich begeistert von ihrem Einstieg in die 88. Warnemünder Woche. Bei zwölf Knoten und leichter Welle fühlte sich die J/70 richtig wohl und zeigte ihr Potenzial. „Es waren wirklich perfekte Bedingungen. Besser geht es eigentlich nicht. Außerdem lag die Bahn wirklich gut. Wir hatten dann nur einen großen Dreher im letzten Rennen, sodass wir auf dem letzten Vorwindschenkel einen Anlieger bis zur Tonne hatten. Aber das war nicht schlimm und hat das Rennen nicht beeinflusst“, fasst Mats Schönebeck vom NRV den Tag auf dem Wasser zusammen. Mit zwei ersten und einem zweiten Platz liegt seine Crew vor Kai-Uwe Hollweg und Justus Loeck.
Dabei segelt seine Crew das erste Mal in dieser Konstellation eine Regatta. „Zugegeben: Im Training lief es weniger gut als heute, aber es lief heute einwandfrei. Wir freuen uns auf die nächsten Tage!“, so Schönebeck.
Kommt die Klasse auch bei weniger Wind zurecht? „Die Frage ist halt, wie doll schwächt sich der Wind ab? Unsere Hoffnung ist halt, dass der Wind das unterste Limit bei circa fünf Knoten nicht erreicht“, sagt Wettfahrtleiterin Svenja Herziger, die sich auch vom Start begeistert zeigte. „Viele Nullstarts. Sehr professionell!“
Marinekutter
Dass die Warnemünder Woche Segelsport auf höchstem Niveau bietet, ließ sich das Marinestützpunktkommando Warnemünde in diesem Jahr nicht entgehen. Auch in diesem Jahr nahm die Marine die Jubiläumsregatta zum Anlass, eine eigene Standortregatta um den Wanderpreis des Standortältesten auszutragen. Acht Marinekutter gingen auf dem Revier vor Warnemünde an den Start – natürlich bei idealen Bedingungen auf dem Wasser.
Nach vier Wettfahrten liegt Boot K71 an der Spitze der Wertung.








