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Waschzuber-Tagebuch

Eigentlich findet das 28. Waschzuberrennen erst am 4. Juli 2015 statt. Aber schon jetzt ist mächtig was los und für einen Zuber ist der Weg nach Rostock in diesem Jahr möglicherweise spannender als das Rennen selbst. In diesem Jahr können wir nämlich die Anreise eines Zubers aus Merseburg auf über 555 km Wasserweg praktisch live mitverfolgen, denn hier findet ihr die regelmäßigen Updates. Die ganze Entstehungsgeschichte könnt ihr hier nachlesen. Und eine Übersicht über die ganze Strecke gibt es hier!

+++ ständig aktualisiert +++

- 36 Tage: Erste Fahrversuche


© Hagen Schmidt
"Die ersten Fahrversuche mit Motor sind schon am Männertag erfolgreich gelaufen. Die Halterung für den Motor hält und die Geschwindigkeit ist auch befriedigend.

Es wurde wieder fleißig geschweißt, damit unser Regendach bzw. Plane auch ein bisschen was aushält. Obwohl Neptun uns gutes Wetter zugesagt hat, weiß man ja beim dem Kerl nie. Eine schöne Nixe und schon ist er abgelenkt. Ansonsten sind wir dabei, die Transportkapazitäten zu planen. Fünf Mann, fünf Stühle, X Kästen Bier, notwenige Schiffausrüstung und Gepäck auf knappe 10 qm unterzubekommen, ist… interessant."

-6 Tage: Keine Woche mehr

… und noch so viel zu tun. Die letzten Prozente an der „Perfektion“ machen bekanntlich die meiste Arbeit.

Der Merseburger Elferrat hat am letzten Wochenende vor dem großen Start wieder fleißig gebohrt, geschweißt, geflext, gemalert und … und … und.

Der Druck wächst. Haben wir alles? Läuft alles? Hält alles? Bekommen wir alles unter? Und wenn doch noch was fehlt? Wie bekommen wir es noch ran? Post streikt, Amazon streikt… Am Wochenende standen noch furchtbar viele Aufgaben an, bevor es aufs Wasser gehen kann.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

U.a. möglichst viel wasserdichten Stauraum zu schaffen. Eine große Seekiste, Spanndeckelfässer, Klappkisten waren sicher auszuführen und zu gestalten – das Auge fährt ja auch mit. Technisch kämpfen wir noch ein bisschen mit der Elektrik. Der Zuber muss eine zulässige Lichterführung haben (rot, grün, weiß). Wichtig natürlich auch eine Pumpe für die Wasserbierkühlung. Hier noch einmal unser tiefstes Bedauern an unseren Steuermann, dem der Arzt den Alkohol verboten hat. Wobei sein Pech unser Glück ist. Auch wir werden uns natürlich nicht in einen Zustand versetzen, durch den wir für uns oder andere eine Last oder Gefahr darstellen. Da muss sich keiner Sorgen machen.

Wir sind vielleicht (wahrscheinlich) Chaoten, aber keine Idioten. Bei allem Spaß, die Sicherheit geht vor. Ansonsten bleibt auch die neue Aufhängung für unser Schaufelrad spannend. Diese brauchen wir zwar nicht für die Fahrt, aber für das direkte Waschzuberrennen. Das große Ziel verlieren wir nicht aus dem Auge: Der 3. Sieg in Folge! Und der Kinderzuber musste natürlich auch weitergebaut werden. Hier nimmt jetzt der Antrieb seine endgültige Gestalt an. Auch die ganzen Dekoarbeiten und der Showpart für das Rennen gehen voran. Aber die haben ja auch noch fast 2 Wochen mehr Zeit, durften aber nicht vergessen werden.

Alles ist und bleibt spannend. Aber es wird was! Samstag geht es los! Die Zeit läuft nicht, sie rast!

Tag 1: "In welche Richtung müssen wir jetzt?"

Waschzuber Tag1

© Hagen Schmidt
5 Uhr früh: Quer durch Merseburg klingeln zahlreiche Wecker. Müde kämpfen sich die Zuberfahrer und ihre Unterstützer aus dem Bett. Frisch machen, kräftig frühstücken und los geht es.

Um 7 Uhr steht der Kranfahrer auf dem Zuberbauhof. Gut, dass wir am Vortag schon soweit alles fertig gepackt haben. Beim ersten Blick auf die Gepäckberge kam schon die Frage auf, wo der 2. Begleitzuber sei. Aber ein Probepacken auf dem Zuber machte wieder Hoffnung. Wir bekommen alles unter. Das ist der Vorteil, wenn man nur mit Männern reist: Eine große Tasche reicht ggf. auch für 2 Wochen. Nun erst einmal alles auf den Krantransporter und ab geht es Richtung Wettin. Hier soll es heute ins Wasser gehen.

9:35 Uhr: Der Zuber schwimmt auf der Saale! Es kann los gehen! Fast! Neben vielen treuen Freunden war auch Neptundarsteller Jumbo aus Rostock extra angereist, um das Wetter milde zu stimmen. Leider erst einmal erfolglos. Nieselregen! Also doch vor dem Start noch die große Plane übergezogen und den Zuber mit allem nötigem bestückt. Reisetaschen, Proviant, Bier, Werkzeug … u.v.m. Damit zog sich der Start noch etwas hin.

Aber – wie es sich für den Elferrat gehört – pünktlich um 11 Uhr ging das große Abenteuer los. Und ungelogen, die erste Frage auf dem Zuber: “In welche Richtung müssen wir jetzt? Probieren wir backbord“! Und es war die richtige Entscheidung. Und gleich der erste Härtetest für Mensch und Material: unsere erste Schleuse. 20 Minuten später hatten wir diese Hürde problemlos gemeistert. Zwei Stück standen für diesen Tag noch an – von insgesamt 32.

Ansonsten verläuft der Tag ganz in Ruhe. Bis auf das Wetter läuft alles.

16:45 Uhr war unser erstes Ziel erreicht: Bernburg! Zwei volle Stunden vor der geplanten Ankunftszeit. Unser Zuber ist und bleibt pfeilschnell. Das Geschwindigkeitsrennen in Rostock kann kommen! In Bernburg gab es dann noch das letzte Feintuning. Alles eine Runde nachziehen, befestigen und sichern. Jetzt ab ins Quartier: Das Bier und die Spielkarten warten!

Tag 2: "Abwassern!"

Merseburger Elferrat Schleuse

© Hagen Schmidt
Als erstes ein großes Dankeschön an den Maritimen Club Bernburg, der uns die erste Nacht unserer Tour so herzlich und problemlos aufgenommen hat. So konnten wir halbwegs munter im schönsten Sonnenschein direkt am Saaleufer frühstücken.

Die geplante Startzeit von 10 Uhr haben wir zwar mit knapp 10:20 Uhr gerissen, aber dafür ging es an der ersten Schleuse in Bernburg sehr zügig. Heute stand dann nur noch eine zweite in Calbe an. Auch hier lief es problemlos.
Wir konnten feststellen, dass auf der Saale sehr wenig Verkehr auf dem Wasser herrscht. Wer also mal die Nase voll vom Stau auf der A9, A14, A, oder sonst irgendwo hat – wir kennen die Alternative: Herrliche Landschaften, viele Tiere… sehr empfehlenswert.

Weil es an beiden Schleusen so zügig ging, ergab sich aber das früher oder später erwartete Problem: Kaffee, Bier und Wasser wollen irgendwann raus. Also gab es heute das erste vom Zuber „abwassern“.

Gleichzeitig beobachteten wir immer aufmerksamer die immer kleiner werdenden Kilometerangaben der Saale am Wasserrand. Und um 15:30 Uhr war es dann soweit: Wir erreichten die Elbe. Was für ein Unterschied zur Saale! Flüsschen gegen FLUSS!

Und kurz darauf noch eine große Freude. Wir wurden mitten auf der Elbe erwartet. Ein lieber Freund des Merseburger Elferrates betreibt in Pretzien ein Spaßboot und erwartete uns dort. So kam es zum Andocken während der Fahrt mitten auf der Elbe und ein gutes Stück gemeinsame Tour.

Kurz danach gab es die erste große Katastrophe: Es wurde ein Bier verschüttet! Wir wissen, wer der Schuldige war – werden aber schweigen.

Umso schlimmer war dies, weil wir beim Einfahren in die anhaltinische Landeshauptstadt feststellen mussten, dass nur noch ein Bier an Bord war. Unsere Aufgabe für morgen früh ist damit klar. Jetzt haben wir die zweite Etappe erfolgreich hinter uns gebracht, machen Quartier und dann geht es noch in die Stadt. Unter anderem ist heute dort noch der letzte Tag der Magdeburger Studententage. Also dann bis morgen!

Tag 3: "Wir brauchen einen größeren Zuber!"

Zum Glück ist Montag und Magdeburg keine ganz kleine Stadt. Wesentliche Vorräte mussten ergänzt werden, vor allem der Treibstoff für die Besatzung.

Deshalb auch der späte Start um 11:11 Uhr. Aber gleich mal mit anderer Streckenführung. Ursprünglich wollten wir über das Schiffshebewerk Rothensee in den Elbe-Havel-Kanal. Die Rothenseer Elbebiber, bei denen wir dieses Mal Unterkunft gefunden hatten, gaben uns den Hinweis, dass das Schiffshebewerk nicht für jeden einfach so hoch gefahren wird. Erst ab einer gewissen Typklasse wird die überdimensionierte Badewanne angeschmissen. Wir brauchen also für das nächste Mal einen größeren Zuber. Einen wesentlich größeren Zuber.

Danke Biberjungs für die Unterkunft und den Tipp – sonst hätten wir vielleicht Stunden oder Tage vor dem Schiffshebewerk vergeblich gewartet. Aber es war schon eine Enttäuschung, da dies eins unserer Highlights werden sollte. Dazu passte auch das traurige Regenwetter, das uns heute annähernd den ganzen Tag begleitet hat.

Wie gesagt Planänderung: die schöne Elbe weiter hoch bis Bittkau und dort über den Pareyer Verbindungskanal in den Elbe-Havel-Kanal bis nach Genthin, unserer heutigen Endstation. Hier wurden wir gegen 18 Uhr sehr herzlich von Anja Schulz von den Kanuten des SV Chemie Genthin empfangen. So eine strahlende Begrüßung gleicht doch ziemlich einen verregneten Tag ohne Schiffshebewerk aus.

Tag 4: "Hardcore Zubern!"

Start war heute bei 13 °C und Nieselregen, um 10:25 Uhr in Genthin im schönen Jerichower Land. Neben einem schönen Industriecharme der 70er, gab es hier noch wahre Herzlichkeit und Begeisterung. Für unsere Tour bekamen wir Bier, Sekt, Kirschen und Gurken sowie die besten Wünsche. An dieser Stelle nochmals vielen, vielen Dank an alle Kanuten vom SV Chemie Genthin! Es war einfach super bei Euch!

Dann ging es ab in den bisher regenreichsten Reisetag. Heute hieß das Motto des Tages wirklich nur "Hardcore-Zubern!" Temperatur: um die 10/15 °C und alle üblichen Varianten von Regen. Jeder kennt das Zitat aus Forrest Gump: "Regen von oben, Regen von der Seite, Regen von unten." Wir kennen das Gefühl jetzt persönlich!

"Regen von oben, Regen von der Seite, Regen von unten"

© Hagen Schmidt

Geschleust wurde heute auch wieder. Dabei überschritten wir auch gleich unsere erste Landesgrenze. Herzlich willkommen in Brandenburg. „Willkommen“? Pustekuchen! Nach und nach kämpften wir uns unserem heutigen Tagesziel entgegen: Einem schmucken Hotel in Brandenburg an der Havel [Anm.d.Red.]. Dort durchnässt aber glücklich angekommen, hieß es plötzlich: für uns: kein Quartier. Trotz telefonischer Absprache wurde uns mitgeteilt, dass man nicht gedenkt, uns nur für eine Nacht einen Bungalow zu vermieten. Unsere Stimmung war leicht gereizt – wie gesagt: „Herzlich Willkommen in Brandenburg!“. Aber es half nichts. Neues Ziel definiert und wieder raus in den Regen. Noch einmal 2,5 Stunden bis nach Ketzin. Hier kamen wir dann endlich gegen 19 Uhr unter. Positiv sei noch zu vermerken, dass wir heute erfolgreich unsere erste Seen-Tour überstanden haben: Wendsee, Plauer See, Quenzsee und notgedrungen Tebelsee an der schönen Havel.

Heute werden wir nicht mehr alt. Ein langer Tag liegt hinter uns.

Hier gehts zur Facebook Gruppe.

Tag 5: "Nichts zum Picheln!"

Waschzuber Tag 5 (3)

© Hagen Schmidt
„Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Zuberlein und dann nischt wie raus an Wannsee!“

„Berlin! Berlin! – Wir fahren durch Berlin!“ – Deutschlands Hauptstadt liegt uns zu Füßen.

Die Zitadelle Spandau ist unser heutiges Quartier. Damit haben wir neben Sachsen-Anhalt und Brandenburg das dritte Bundesland erreicht. Und die jeweiligen Landeshauptstädte. Denn Potsdam gab es heute als Bonus nebenbei auch zu sehen. Rechts und links viel Bauprotzerei – aber hübsch anzusehen. Wir haben sogar extra eine kleine Ehrenrunde gedreht: unter der Glienicker Brücke (zum Agentenaustausch) zwischen Potsdam und Berlin, um den Düppeler Forst und ab in den Wannsee. Davor ging es noch durch den Jungfernsee – aber trotz intensiven Suchens: Keine Jungfer im oder am See! Nicht mal alte! Lag es am Wetter oder an unserer Ankunft? Aber auf das Wetter wollen wir heute nicht weiter eingehen. Nur so viel: Start war bei 9 °C (in Worten: NEUN) und mal nur leichtem Niesel. Ende Juni!!!

Ähnlich erging es uns dann auch später im Pichelssee – nichts zum Picheln! Mussten wir wieder auf die eigenen Vorräte zurückgreifen.

Tag 6: Falschparker

Was wir gestern noch vergessen haben zu erwähnen und was aber unbedingt noch erwähnt werden muss:

Als wir Spandau erreichten, wurden wir mit einem gedeckten Tischen empfangen: ausgeschlachtete Erdtorte und Kaffee und das alles auf extra mitgebrachten Tischen durch Nitschis Eltern. Wir wussten schon immer, dass der Merseburger Elferrat Freunde und Verwandte überall in der Welt hat, aber sogar in der Hauptstadt!? JA!

Heute war mal ein ruhiger Tag. Die kürzeste Strecke bis jetzt: Spandau bis Lehnitz (Oranienburg) in der Brandenburger Wildnis.

Deshalb konnten wir heute mal richtig spritsparend vor uns hintuckern. Das Ganze heute mit unserem Ehrensteuermann Frank von der Spieleoffensive. Kurzer Gastkommentar: Ich fühle mich total entschleudert! Frank wird uns

Überall herzlich Willkommen

© Hagen Schmidt

zwei Tage begleiten. Das hier auch wieder neue Gleichgewichtsverhältnisse auf dem Zuber definieren.

Empfangen wurden wir heute wieder von einem Elternteil. Diesesmal von Hagens Vater, der praktischerweise ein Häuschen am Lehnitzer See hat. Zuber festgemacht, das erste Anlegebier und schwupp- endlich war es passiert: Polizeikontrolle! Die Entenpolizei live und in Farbe. Und jetzt haben wir unseren ersten Strafzettel für falsches Parken. Heimat, aber auf dem Wasser falsches Festmachen. Denn den Nachttornado erwartend, hatten wir den Zuber unter anderem an einem Baum befestigt. Merken und lernen für alle: Das ist nicht gestattet. Aber die Kontrolle unserer Papiere ergab keine weiteren Beanstandungen, dass macht Mut für spätere Kontrollen.

Nach dem kurzen Schreck entschleuderten wir uns in Ruhe beim nächsten und übernächsten Bierchen. Der Abend endete in Ruhe mit Frischgegrillten, noch einem Bierchen, guten Zigarren und Kerzenschein am schönen Ufer des Lehnitzer Sees. Gehen wir heute noch baden?

Tag 7:

Check bestanden!

© Tino Kohler
Von der Wasserpolizei ins Bett gebracht, vom Ordnungsamt geweckt. In Brandenburg herrscht noch Zucht und Ordnung! Nochmals ein „Herzlich Willkommen!“

Das ist aber nichts für uns! Vor allem, weil die uns überprüfenden Damen auch optisch sehr eingeschränkt waren.
Nachdem die Besatzung gestern Abend ihr Bestes gegeben hat und den vorgezogenen 70. Geburtstag des Hausherren bis in den frühen Morgen gefeiert hat, musste die Abfahrtszeit an den unseren physischen Zustand angepasst werden. Statt der geplanten Startzeit von 10 Uhr wurde es dann doch erst 12 Uhr.
In unserem Tagesbericht gestern hatten wir erwähnt, dass wir mit 6 Mann an Bord sehr auf den Ballastausgleich achten müssen. Denn wenn man das nicht tut, setzt der Zuber offensichtlich zu einer Eskimorolle an. Die Hälfte der Besatzung musste erst einmal die Schuhe und Socken wechseln. Aber immerhin war danach der Zuber steuerbords am Bug (früher hätten wir vorne rechts gesagt) sauber gespült.
Nach dem kleinen Schreck am frühen Nachmittag verlief der Rest des Tages ruhig. Zwischendurch wären wir aber fast gescheitert. Wir hatten unsere erste Selbstbedienerschleuse incl. der Anweisung, einen grünen Hebel zu ziehen und das sogar in zwei Sprachen! Allerdings sahen wir einfach keinen grünen Hebel! Zum Glück schleusten zwei Paddler mit uns und jetzt wissen wir auch, wo man das Ding findet. Ein Dank an die Jungs! Ohne sie würden wir wahrscheinlich immer noch in der Schleuse festhängen.
Durch den verspäteten Start erreichten wir heute pünktlich zur Spielfilmzeit um 20:15 Uhr unser Ziel: das Gasthaus „Zur Fähre“ in Burgwall (Zehdenick). Tipp für alle, die hier mal in dieser sehr schönen Gegend sind: Sehr leckeres Essen!

Tag 8: Zu bekannt?

Das Wort „Entschleunigung“ erreicht seinen neuen Höhepunkt: kein Telefon, kein Netz, kein WLAN, kein gar nichts … Wo bleibt das Breitbandnetz für Nordbrandenburg, Herr Dobrindt?!
Kein Wunder, dass Frank, unser Gaststeuermann, uns heute früh verlassen hat. Er muss es geahnt haben. Sein Abholtaxi aus Merseburg versorgte uns gleich wieder mit allem Notwendigen: Bier, Benzin und Essen.
Dann ging es an die kurvenreichste Strecke, die wir bis jetzt erlebt haben. Kaum einmal mehr als 200 m gerade Sicht. Uns wurde fast schwindelig. Hätten uns zwei Eisvögel und ein Graureiher nicht ständig den Weg gewiesen, wer weiß, ob es uns nicht einmal aus einer der zahlreichen Kurven getrieben hätte.
Aber wir kamen gut voran, so dass wir auch Zeit hatten, um zur Sicherheit einmal anzulegen. Denn vor und hinter uns bauten sich dicke Gewitterwolken auf. Dabei erfasste uns sogar eine Windhose. Gleichzeitig war der Blick des Steuermannes durch eine naheliegende Kneipe getrübt. So kam es beim Anliegen beinahe zum Zersplittern des Anlegestegs. Sowohl die Splitter des Stegs als auch die Regenwolken lösten sich aber bald auf, so dass wir bald wieder starten konnten. Dabei trafen wir auch zweimal auf die Wasserschutzpolizei, die sich aber jeweils andere Opfer suchte. Sind wir mittlerweile schon zu bekannt oder zu langweilig?
Wie auch immer, ab 17 Uhr „schlief“ unser geliebter Zuber am Gästeanlieger „Zur Alten Bornmühle“ in Fürstenberg, wo es auch den obligatorischen Anlegerschnaps gab. Der war noch nicht serviert, als über die Stadt ein grauenvolles Gewitter hereinbrach. Das war knapp!
Von der Bornmühle war es dann nicht mehr weit bis zu unserem heutigem Quartier: dem Freizeithotel Fürstenberg. Als wir die Räumlichkeit betraten, entfuhr es spontan den anwesenden Damen: „Endlich mal schöne Männer!“ Mehr muss heute nicht mehr gesagt werden.
Dachten wir. Doch wenige Minuten späten wurden wir "erkannt"! Ein Gast hat einen Bericht über uns gesehen und fragte, ob wir nicht die wären, die da im Fernsehen und so weiter. Jetzt fragen wir uns schon, welchen Promibuchstaben wir haben. Und schlafen wir jetzt mit Groupies in einem Hotel? Und müssen wir dann ins Dschungelcamp? Warten wir es ab.

Tag 9: 12 Stunden zubern!

Waschzuber_Tag9

© Hendrik Seeburg

Heute wollten wir so nah wie möglich an die Müritz ranfahren, deshalb war schon um 9 Uhr heißer Start in Fürstenberg. Pünktlich um 11:11 Uhr erreichten wir unser letztes und zweitliebstes Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern.
Doch schon an der ersten norddeutschen Schleuse wurden wir wieder zwangsentschleunigt. Unser Schleusengang fiel genau in die gewerkschaftliche Mittagspause des Schleusenwärters. Denn in Meck.-Pomm. sind die Schleusen noch personell besetzt und straff gewerkschaftlich organisiert. Der Pausentermin war offensichtlich auch im ganzen Ort bekannt, denn schlagartig tauchte eine Schar fliegender Händler auf, um Erdbeeren, Kirschen und Kohlrabi an die Zwangswartenden zu verhökern. Da weder Bier noch heiße Fleischwaren im Angebot waren, konnte mit uns kein Umsatz gemacht werden. Denn schon an der nächsten Schleuse stand unser heutiger Lieferservice: Bier, Erdbeeren, Kirschen, Süßkram und 5 kg Gurken. Alles was man braucht, um Scorbut vorzubeugen.
Nun gab es nur noch ein Problem: Wo übernachten wir heute? Das war überraschend schwierig. Das Fusion Festival findet aktuell an der Südspitze der Müritz statt. Dadurch waren alle Zimmer, Betten, Garagen, Scheunen und Parkbuchten belegt.
Also noch ein Stück weiter und noch ein Stück und noch ein ... bis wir dann plötzlich schon direkt auf der ruhigen Müritz waren. Nach einer kurzen Kampfabstimmung wurde ganz knapp die Idee verworfen, gleich nachts die Müritz zu überqueren. In Ludorf fanden wir für unseren Zuber und uns endlich ein Quartier. Anlegezeit 21 Uhr. Wir waren heute also dezente 12 Stunden on Tour!

hier geht das Tagebuch weiter...

Autor: HS, SW 

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