Sportboothafen wird Aushängeschild

Corona hat der Warnemünder Woche für dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zeit auf den Ausbau des Sportboothafens zu blicken, der trotz der aktuellen Situation weiter im Zeitplan ist, und der den Seglern bis Anfang 2022 einen hochmodernen Yachthafen bescheren wird.

Warnemünde gilt als eines der schönsten Seebäder der Ostseeküste. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch viele Segler jedes Jahr ihren Weg an die Mündung der Warnow finden, sei es als Teilnehmer der Warnemünder Woche, als Teilnehmer verschiedener anderer Regatten oder gerade auch als Fahrtensegler. Doch wer Warnemünde kennt, weiß, dass der Yachthafen an der Mittelmole keineswegs mit dem Charme des Ortes mithalten kann: Die Stege und Molen sind teilweise in die Jahre gekommen und bedürfen Reparatur oder müssen zum Teil neu errichtet werden. Auch die sonstige Infrastruktur aus den 1970er-Jahren im Hafen ist an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß. All dies hat zusammengenommen dazu geführt, dass die Stadt Rostock entschieden hatte, den Hafen bis zum Frühjahr 2022 zu modernisieren – mit großem Nutzen für alle Segler, die Warnemünde besuchen, nicht nur für Teilnehmer der Warnemünder Woche. „Mit einer modernen Infrastruktur von der Zufahrt, über die Wasser- und Stromversorgung bis zu einem modernen Hafen mit ausreichenden Liegeplatzkapazitäten wird das beste Revier im Gesamtpaket mit dieser neuen Infrastruktur zum Alleinstellungsmerkmal als Veranstaltungsort für hochrangige Regatten“, sagt Peter Ramcke, Sportdirektor der Warnemünder Woche.

Die umfangreiche Modernisierung und Erweiterung wird den Hafen zu einem Juwel der Ostseeküste machen. Übersichtsplan: b&o Ingenieure

Schaut man sich alleine die Liegeplatzkonzeption an, wird klar, wie wichtig die Modernisierung ist. Insgesamt wird die Anzahl der Liegeplätze von theoretisch 115 auf mindestens 249 erhöht, also mehr als verdoppelt. Allerdings waren allein 64 der bisher vorhandenen Liegeplätze schon länger zustandsbedingt nicht mehr nutzbar. Diese 64 Liegeplätze werden in Zukunft Platz für 38 Vereinsboote, zehn Trainerboote und 16 Gastlieger bieten. Zusätzlich entstehen 134 Liegeplätze im gesamten Bereich der Hafenerweiterung, 34 für Dauerlieger und 100 für Gäste. Der Hafen wird somit vergrößert, ohne dabei aber das Gesamtensemble des Fischerörtchens Warnemünde zu stören.

„Neben der Wiederherstellung der Nutzbarkeit der Liegeplätze im Bestandshafen, mit neuer technischer Ausstattung, erfolgt durch die mit der Hafenerweiterung zu schaffenden Anlagen zur Hafeneinfassung eine verbesserte Schutzwirkung für den vorhandenen südlichen Hafenteil“, sagt die Koordinatorin des Projekts, Michaela Raddatz vom Hafen- und Seemannsamt Rostock.

Der Blick von Osten aus auf den zukünftigen Sportboothafen an der Mittelmole. Visualisierung: Dipl.-Ing. Jörg Nitschke

Außerdem wird das gesamte Yachthafenareal aufgewertet: So werden auf dem Hafenvorplatz z.B. neue Aufstellflächen für Abfallentsorgung, Rettungsfahrzeuge und Fahrradstellplätze geschaffen. Ein neues, auf einer schwimmenden Plattform angesiedeltes Gebäude wird moderne Sanitäranlagen und das Hafenmeisterbüro aufnehmen. Auch die Übergabestelle für Bootsabwässer wird dort angesiedelt. Angrenzend wird eine zusätzliche, schwimmende Slipanlage errichtet, womit der Yachthafen dann über zwei Sliprampen verfügen wird.

Erklärtes Ziel bei der Planung der Modernisierung war auch, die Aufenthaltsqualität im Hafen zu verbessern. So sind an verschiedenen Stellen Sitzgelegenheiten vorgesehen und die Yachthafenmole wird begehbar sein. „Wir freuen uns schon jetzt darauf, den Seglern aus der ganzen Welt einen modernen Hafen präsentieren zu können“, sagt Ralf Bergel, Chairman der Warnemünder Woche. „Denn schließlich ist ein Hafen immer auch ein Aushängeschild für einen Küstenort.“