Die Sieger der Raceboard-WM kommen aus Finnland, Polen und Spanien

Nach zehn Jahren waren die Raceboarder zum zweiten Mal wieder mit ihrer Weltmeisterschaft in Warnemünde zu Gast. Knapp 120 Windsurfer aus 20 Nationen nahmen teil. Bei den Damen siegte die Finnin Aleksandra Blinnikka, bei den Herren der Pole Maksymilian Wojcik und im Juniorenbereich Ferran Jurado Besa aus Spanien. Extrem souverän surfte Wojcik auf Platz eins. Lediglich einmal landete er bei elf absolvierten Rennen auf Platz zwei. Alle anderen Rennen gewann er mit großem Vorsprung.

Hinsichtlich der Wettkampfbedingungen war für alle Fahrer etwas dabei – starker Wind mit hoher Dünung und kräftiger Brandung, aber auch Leichtwind fast ohne Shorebreak und Wellen. Nach drei Regattatagen mit für ihre Boardklasse teilweise recht extremen und selektiven Wetterbedingungen und starker Brandung trugen die Raceboarder ihre letzten zwei WM-Rennen heute bei Leichtwindbedingungen aus. Leichte und an Binnenreviere gewöhnte Fahrer waren im Vorteil. Für die schwereren Windsurfer bedeuteten die Wettfahrten am letzten WM-Tag teils harte Arbeit, weil sie kräftig mit dem Segel „pumpen“ mussten, um Geschwindigkeit aufzunehmen.

„Die heutigen Rennen waren für mich physisch deutlich anstrengender als die an den windigeren Tagen“, bestätigte der frisch gebackene Weltmeister Maksymilian Wojcik aus Polen. Für ihn war die Weltmeisterschaft beinahe ein klarer Start-Ziel-Sieg. Nur im allerletzten Rennen der WM rutschte er auf Rang zwei ab. Das hatte jedoch keinerlei Auswirkung, da es sein Streichergebnis war. „Auf der Ergebnisliste sieht so ein Resultat immer sehr einfach aus, aber es ist trotzdem harte Arbeit. Ich habe hier bereits vor zehn Jahren den Weltmeistertitel gewonnen und jetzt wieder. Ich freue mich wahnsinnig“, sagte Wojcik nach der Siegerehrung strahlend. Es ist sein sechster Weltmeistertitel in der Raceboard-Klasse. Silber und Bronze gingen an die Spanier Alexander Buchau und Toni Colomar Torres.

Auch bei den Damen der Raceboard-WM dominierte eine Windsurferin von Beginn an recht klar: die Finnin Aleksandra Blinnikka. Sieben von elf gefahrenen Rennen entschied sie für sich. Die etwas fordernden, ruppigeren Wetterbedingungen zu Beginn der Meisterschaft lagen der Finnin aus der Nähe von Helsinki gut und machten ihr Spaß. Die Leichtwindsituation am letzten Wettfahrttag machten ihr überraschenderweise deutlich mehr Probleme. „Am Ende war es doch noch ein hartes Rennen und der Weg zum Sieg nicht so einfach. Die anderen Frauen waren auch sehr stark. Es war harte Arbeit, aber jetzt bin ich super glücklich“, freute sich Blinnikka. Zweite wurde die Tschechin Jana Slivova und Dritte Viviane Ventrin aus Frankreich.

Bei den Junioren hielten sich die ganze Weltmeisterschaft über die spanischen Windsurfer Ferran Jurado Besa und Guillem Segu Gira konstant auf Platz eins und zwei. Bis zum neunten Rennen lag der deutsche Junior Richard Sprenger sicher auf dem dritten Rang. Doch der Leichtwind am letzten WM-Tag wurde ihm zum Verhängnis, und er rutschte auf den undankbaren Platz vier ab. „Aber die ersten Tage waren super“, blickte der Junior positiv auf die WM zurück.

Fabian Grundmann aus Laboe bei Kiel zählte zu den deutschen Favoriten bei den Männern. Sein Ziel bei der Weltmeisterschaft war eine Platzierung in den Top Ten. Mit Platz neun hat er erreicht, was er wollte. In der Klasse Heavyweight landete er auf Rang vier. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, immerhin bin ich hier unter anderem gegen Olympiateilnehmer angetreten. Heute musste ich als schwerer Fahrer heftig pumpen, aber es war ein cooler Renntag.“ „Die Weltmeisterschaft im Rahmen der Warnemünder Woche war wieder ein super Event. Wir kommen gerne wieder hierher zurück“, resümierte der Klassenpräsident der Raceboarder Thomas Michaelis. Ab morgen geht es für seine Raceboard-Klasse direkt weiter mit dem Nations Cup, wobei die Windsurfer bis Sonntag in bis zu vier Personen starken Teams gegeneinander antreten.

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