Viel Tradition auf der Bühne am Leuchtturm

„Bühne frei“ für tanzende Trachtengruppen und singende Shantychöre hieß es am Abschlusswochenende der 82. Warnemünder Woche auf der Bühne am Leuchtturm. Das 21. Shanty- und das 19. Trachtentreffen waren ein wahrer Publikumsmagnet.

„Ich bin von Kopf bis Fuß maritim“ sang der Damenchor „Sing Man Tau“ gestern auf der Bühne am Leuchtturm. Bereits zum vierten Mal eröffneten die Warnemünder „Sing man Taus“ das Bühnenprogramm des traditionellen Shantytreffens. Zu ihrem Repertoire zählen Volkslieder, plattdeutsches Liedgut sowie Shantys, in denen es sich um Frauen dreht.

Nach dem Auftritt der Frauen gehörte die Bühne den Männerchören. Beim 21. Shantytreffen dabei waren „De Molenkieker“, der Elbchor Bittkau Grieben, der Lüneburger Shantychor, sowie die Shantychöre Nenndorf, „Luv und Lee“ und „De Klaashahns“. In einem siebeneinhalbstündigen Programm lieferten die Sänger und Sängerinnen ein wahres Feuerwerk an Seemannsliedern ab. Das Highlight der Veranstaltung und zugleich ein sehr emotionaler Moment war das gemeinsame Finale aller Chöre. Zusammen sangen die Gruppen die Lieder „Warnemünde, Warnemünde“, „Wir lagen vor Madagaskar“, „Sierra Madre del Sur“ und „Goodbye my Lover, Goodbye“. Das gemeinsame Singen war der Zuschauermagnet schlechthin. Alle Bänke auf dem Bühnenvorplatz waren voll besetzt, und die Zuschauer standen bis auf die angrenzende Promenade dicht an dicht und schunkelten und sangen mit. „Der Blick auf die Menge bis hin zur Bummelmeile war von der Bühne aus toll. Die Atmosphäre und die Organisation beim Shantytreffen waren wieder super“, schwärmte Wilhelm Witte vom Shantychor Nenndorf. Auch bei den Organisatoren herrschte nach dem Treffen gute Stimmung. „Es war wieder ein Riesenvergnügen. Besser geht es nicht. Alle Mühe im Vorfeld hat sich gelohnt. Für uns ist das Shantytreffen immer ein absoluter Saisonhöhepunkt, und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr“, sagte der amtierende Vorsitzende von „De Klaashahns“ Eberhard Trost, dessen Verein das Treffen mitorganisiert.

Nach dem Tag mit traditionellem Liedgut der Seemänner, präsentierten heute elf Trachtengruppen beim 19. Warnemünder Trachtentreffen althergebrachten Trachten und Tänze. Vom Spielmannszug Neuseddin angeführt zogen die Gruppen am Vormittag vom Warnemünder Heimatmuseum entlang am Alten Strom zur Bühne am Leuchtturm. Ein imposantes buntes Bild bot sich den Zuschauern, als sich alle Trachtengruppen auf der Bühne sammelten. Der Spielmannzug Neuseddin eröffnete das Bühnenprogramm musikalisch. Danach spielte die Dudelsackgruppe Clan MacLanboroug Pipes & Drums aus Mecklenburg-Vorpommern, zu der die amtierende Dudelsack-Weltmeisterin gehört. Beim gemeinsamen Tanzen aller Gruppen wurde es danach eng auf der Bühne. Ein Meer von bunten Röcke und bunt bestickten Schürzen bewegte sich im Takt der Musik. Das Trachtentreffen war wieder ein fröhlicher und bunter Hingucker auf der Warnemünder Woche.

„Für uns ist das Wetter perfekt, trocken und nicht zu heiß. Da liegen die Leute nicht alle am Strand, sondern kommen zur Bühne. Und wir kommen beim Tanzen in den mehrlagigen Trachten nicht ins Schwitzen“, sagte die Vorsitzende der Völkshäger Danzgrupp Diana Berlin. Ihre Gruppe ist bei allen 19. Trachtentreffen in Warnemünde dabei gewesen und jedes Mal wieder begeistert davon. Die Tanzgruppe besteht schon seit 36 Jahren und ist im Zuge der 750-Jahr-Feier des Heimatdorfes der Tänzerinnen entstanden. „Damals haben wir für die Feier einen einzigen Tanz einstudiert. Das hat uns so gut gefallen, dass wir einfach weitergetanzt haben“, so Diana Berlin.      

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