Bei Papa Axel in guten Händen

„Axel Ziems? Ja, der ist hier und überall. Guck mal in der Werkstatt oder an der Slip. Hast du schon im Hof nachgesehen?“ Axel ist einer der 300 ehrenamtlichen Helfer auf der 82.Warnemünder Woche. Schon die 50. war „seine“ Woche.

Axel ist tatsächlich „fest und ohne Pause“ – so sagt er es selbst, hier auf der Mittelmole anzutreffen. Nur gut, dass er sein heimatliches Bett nur fünf Minuten entfernt am Alten Strom ab und zu mal besucht. Der 63-jährige kann sich einen Sommer ohne den Stress hier gar nicht vorstellen. Und damit man sich wenigstens kurz in der Familie sieht an diesen Tagen, sind Frau Petra und Tochter Karin  neben ihrer täglichen Arbeit als Angestellte in einer Krankenkasse und als Steuerfachangestellte seit langem in das Geschehen mit eingebunden. Beide hissen täglich um 6.00 Uhr die Nationalflaggen und holen diese seemännisch zum Sonnenuntergang ein. Dann bringt Petra Ziems in der Kühltasche auch jeden Abend einen anderen, selbstgebackenen Kuchen mit. „Das hat sich so eingebürgert für die Crew, die auf der Mittelmole hilft. Alle mögen nachmittags mal eine Auszeit bei Kaffee und Kuchen“, sagt die emsige Hobbyseglerin lachend, die sich schon freut, wenn die Familie im August mit ihrem Kielboot „Amara“, für drei Wochen in Urlaub sticht. Für Ehemann Axel geht der Tag ab 6 Uhr nahtlos weiter. Die Slip-Crew wird für den Tag eingewiesen, den Schlauchbooten beim Ablegen geholfen, Wendetonnen, Flaggen, Spieren sortiert und für die unterschiedlichsten Boote bereit gelegt. Eine Woche vorher stellten die zwölf Männer um Axel die Absperrzäune um das Territorium der Wettkampfstätte, sorgten für freie Parkplätze, die dann in der Woche nur mit extra Parkscheinen genutzt werden dürfen, schauten nach dem vollständigen Flaggensortiment und setzten die Sponsoren auf Werbeträgern in Szene. Axel sorgt mit seinem ehrenamtlichen Team  des Warnemünder Segelclubs für einen reibungslosen Trailerverkehr an der Slip beim Ein- und Ausschiffen, hält Ersatzteile vorrätig, wenn bei Havarierten zu helfen ist. Viele, viele Kleinigkeiten, ohne die eine reibungslose und attraktive Warnemünder Woche nicht denkbar wäre. „Axel, wir brauchen einen Anker!“ Anette Klett vom Yachtclub Berlin Grünau unterbricht entschuldigend den Treff. „Für unseren Bojenleger – bitte sofort.“ Und ihrem Schlauchbootfahrer ruft sie an der Pier zu: „Bleib ganz ruhig, bei Papa Axel bist du in guten Händen!“  Mehr kann dieses Kompliment eigentlich nicht aussagen. Freundlichkeit, geprägt durch das lange Vertrauensverhältnis zu diesem umtriebigen Platzwart oder Hausmeister oder Mann für alle Fälle, der ruhig  aber resolut seinem ehrenamtlichen Job nachgeht damit in seinem Revier nichts und gar nichts ins Tüddern kommt. Übrigens, heute steht Schokoladen-Bananenkuchen mit Schmand auf der Kaffeetafel im Logis… Monika Kadner

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