„Es ist ein befreiendes Gefühl“

Die 19-jährige Warnemünderin Hannah Anderssohn segelt in der Klasse Laser Radial. Nach einer langen, verletzungsbedingten Pause nimmt sie jetzt in ihrem Heimatrevier an der Warnemünde Woche teil. Wir trafen die Jugend-Weltmeisterin von 2017 heute Mittag, während die Segler vergeblich auf Wind warteten.

Wie waren die Segelbedingungen gestern?
Am Anfang war es optimal auf dem Wasser. Typische Warnemünde Bedingungen. Da aber die männlichen Laser Radial vor den Damen gestartet sind und sie mehrere Frühstarts hatten, hat sich der Beginn der zweiten Wettfahrt sehr hinausgezögert. Zu der Zeit war dann schon extrem leichter Wind.

Wieso musstest du die zweite Tageswettfahrt auf der Hälfte des Kurses abbrechen?
Im zweiten Rennen war sehr wenig Wind, dadurch musste man ausschließlich in hockender Position im Boot sitzen. Diese Belastung ist für mein Knie zur Zeit noch eine besondere Herausforderung und ich habe mich entschieden, es lieber zu schonen.

Was ist es für ein Gefühl, nach so langer Zwangspause wieder aufs Boot steigen zu dürfen – und das zu Hause in Warnemünde?
Es ist ein sehr befreiendes Gefühl. Natürlich habe ich in Warnemünde einen kleinen Extra-Bonus. Man kennt die Winde und fühlt sich den Gegnern gegenüber in einer komfortableren Ausgangsposition.

Wie verbringst du so einen Tag wie heute, an dem man stundenlang auf den Wind warten muss und nicht nach Plan segeln kann?
Ich versuche mich zu entspannen und so wenig wie möglich zu konzentrieren, um Energie zu sparen. Meistens genieße ich die unerwartete Freizeit mit den anderen Sportlern aus der ganzen Welt. Man verbringt ja viel Zeit zusammen auf dem Wasser und hat nur an Land die Möglichkeit, auch mal zusammen etwas zu unternehmen.