Warnemünde - eine große Fanmeile
04.07.2010
Segler nach schleppendem Auftakt glorreich gesegelt -
Auf sieben Bahnen konnten die Wettfahrtleiter am Sonntag nach Herzenslust ihre geplanten Rennen anschießen und 12 verschiedene Bootsklassen um die Tonnen schicken. Zum großen Finale kam es vor Markgrafenheide, wo die Königsklasse der Segler, die Drachen, ihren Norddeutschen Meister ermittelten. „Wir sind froh, dass wir uns heute noch in drei Wettfahrten behaupten konnten“, erklärte Vincent Hoesch. Mit Steuermann Thomas Müller vom Norddeutschen Regattaverein (Hamburg) und Mario Wagner (Rostock) freute er sich über den ersten Platz und Titelgewinn. „Das war eine gute Einstimmung auf den Dragon Grand Prix, der am kommenden Wochenende in Boltenhagen stattfindet“, freute sich der Segler vom Chiemsee. Die Norddeutsche Meisterschaft der Drachen hatte bereits am Freitag begonnen, konnte aufgrund der Flaute lediglich am Sonntag Wettfahrten segeln. Insgesamt waren 22 Crews am Start.
Mit starker Strömung hatten die olympischen Laser standard beim Laser Europa Cup am Sonntag zu kämpfen. Nach vier Fehlstarts konnte die erste Wettfahrt erst um 12.39 Uhr regelkonform beginnen. In Führung liegt der deutsche Top-Athlet Malte Kamrath vom Verein Seglerhaus am Wannsee in Berlin. Mit dem Sieg im ersten Rennen und Platz zwei in den beiden folgenden Rennen verwies er seine internationalen Kontrahenten Thorbjoern Schierup (DEN) und Douwel Broekens (NED) auf Rang zwei und drei. Auch die Laser radial Wertung führt ein Deutscher an: der 16-jährige Ole Nietiedt aus Zielow setzte sich an die Spitze des 138 Teilnehmer starken Gesamtfeldes.
In der Jugendklasse Laser 4.7 liegt der 15-jährige Dimitry Tretyakov aus Russland vor Benjamin Vadnai (HUN) und seinem Landsmann Victor Pilgunov in Führung. Noch bis Dienstag, 6. Juli 2010 geht der Laser Europa Cup, an dem 275 Lasersegler aus 20 Nationen vor Warnemünde teilnehmen.
Die ebenfalls olympische Bootsklasse 470er konnte auch heute in das Geschehen auf dem Wasser eingreifen: Die Lokalmatadoren Thomas Dehler und Johannes Krohn vom Warnemünder Segel-Club liegen hier nach drei Wettfahrten in Führung. Auch die Youngsters der kleineren Jugendbootsklasse des 470er, die 420er, schwitzten am Sonnabend an Land und kamen erst heute zum Zug. In dem
Gesamtstarterfeld von 49 Duos sind die am weitesten angereisten Teilnehmer der WARNEMÜNDER WOCHE dabei: drei australische Teams.
Zum Auftakt der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der Bootsklasse Dyas, die zum zweiten Mal ihre IDM vor Warnemünde austrägt, setzten sich die Favoriten Holger Sueße und Frank Bender aus Köln an die Spitze des Feldes. Insgesamt sind neun Wettfahrten bis Mittwoch, 7. Juli 2010 geplant. Von der Hohen Düne aus mussten auch die Klassen H-Boot und Platu 25 nicht länger auf ihre WARNEMÜNDER WOCHE warten: Auf Bahn Hotel begannen die 12 Boote starke H-Boot-Flotte und die acht Platu 25 Teams ihre Regatta.
Die Segler der Dickschiffe kamen am Wochenende voll auf ihre Kosten. Gleich zwei Siege konnte sich Friedrich Hausmann mit seiner „Uijuijuij“-Crew in der ORC I Wertung sichern: den am Sonnabend ausgetragenen „Warnemünde Cup“ sowie die „Up & Down“ Serie entschied das Team für sich. Morgen geht es für 46 Schiffe dann auf die Langstrecke „Rund Bornholm“. Start ist in den Wertungsklassen ORC I / II und III ab 13 Uhr.
Ulrich Finckh, Hauptwettfahrtleiter der Veranstaltung, zeigte sich mit dem ersten Wochenende zufrieden: „Der Wind kam zwar etwas spät, dafür aber umso schöner. Die traumhaften Bedingungen auf dem Wasser werden anhalten“, versprach der Cheforganisator der Segler aus Bayern.
Pünktlich war am Sonnabend die Eröffnung der 73. WARNEMÜNDER WOCHE über die Bühne gegangen: Rund 2800 Aktive präsentierten einen farbenfrohen Ümgang bei zum Teil extremer Hitze. Bester Laune präsentierten sich hier der Schirmherr der Veranstaltung, Erwin Sellering, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, sowie die Bürgerschaftspräsidentin der Hansestadt Rostock, Karina Jens. Unter der Hitze hatte am Sonnabend auch das Waschzuberrennen zu leiden: „Das war nicht unser Wetter – es war einfach zu heiß zum Zuschauen“, erklärte Steffen Ohm von den Machern. Zehn Zuber waren am Start, „Aloah from Hawai“ vom Pablo Neruda Club aus Rostock gewann den 3. Rostocker Pilsener Cup. Zweiter wurden die „Poppbären“ aus Berlin.
Hitzebeständig zeigten sich die 720 Teilnehmer der 16. Beachhandballtage am Strand. Hier gewann in der Herrenwertung das Team SVK Nordhessen vor den „Sandballern“ aus MV. Bei den Damen siegten „Spitfire“ (Magdeburg) vor dem Rostocker „Beachclub“. (Alle aktuellen Ergebnisse sowie Fotos unter www.khb-rostock.de)




