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09.07.2015

Stürmische Zeiten… an Land

Theoretisch wären drei Internationale Deutsche Meisterschaften Teil des zweiten seglerischen Parts der 78. WARNEMÜNDER WOCHE gewesen, wenn der störrische Rasmus nicht etwas gegen diesen Auftakt gehabt hätte.

Siegerehrung verlegt, Bühne geschlossen, FashionWeek verschoben

Felix Streckenbach und Konrad Nehrenberg nahmen den WARNEMÜNDER WOCHE-Cup von Heiko Zimmermann (hanseboot) entgegen

© Pepe Hartmann
Zu viel Wind verhinderte nicht nur das Auslaufen aller Segler, sondern sogar die Siegerehrung der hanseboot Rund Bornholm Regatta auf der Bühne am Teepott. Kurzfristig wurde jene auf die Mittelmole verlegt, um die Sicherheit der Akteure durch die direkt in der Windschneise liegende Bühne nicht zu gefährden. Auch das NDR/OZ-Medienzelt auf der Promenade wurde geschlossen. Ab 16.00 Uhr fand auch kein weiteres Programm auf der Hauptbühne mehr statt. Traurige Stimmung herrschte auch bei Organisatorin Ulrike Klein, da die seit Monaten geplante FashionWeek auf den 19. Juli verschoben werden musste. „Es ging nicht anders, aber alle Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. 18.30 Uhr ist Einlass und auch der Ort bleibt bestehen“, sagt die sympathische Frau, die nun vieles umorganisieren muss.

Bereits erwähnte Siegerehrung der hanseboot Rund Bornholm Regatta fand kurzfristig aber durchaus stilecht im Jugendschuppen des Warnemünder Segel-Clubs statt. Wettfahrtleiter Uwe Wenzel moderierte in gewohnt lockerer Art: „Die ersten, die ins Ziel kamen, hatten genügend warme Suppe und Bier – die letzten Zieldurchläufer dafür mehr von ihrem Startgeld.“

Dünung vor Warnemünde, an Regattasegeln ist nicht zu denken

© Pepe Hartmann

Den begehrten hanseboot-Pokal für die schnellste gesegelte Zeit des Jahres ersegelte sich die „Glashäger“ mit Skipper Oliver Schmidt-Rybrandt. Selbiger nahm auch den Sonderpreis für das beste Boot mit Heimathafen Rostock entgegen. Die „Phoenix II“ mit Skipper Thomas Kaul bekam als Siegeryacht aller Boote nach gerechneter Zeit nach Yardstick den „Kyria-Pokal“ überreicht. Der Knurrhahn-Pokal für die Siegeryacht nach gerechneter Zeit nach ORC schnappte sich Holger Streckenbach mit der „Imagine“. Den Sonderpreis „Double Hand“ holte sich die „RubiX“ aus Hamburg mit dem jungen Skipper Hans-Christoph Burmeister. Er segelte nur zu zweit und war trotz mehrerer zerschlissener Segel sichtbar stolz beim Empfang seines Preises. Ebenfalls jung und daher mit dem Sonderpreis für Jugendmannschaften geehrt wurde Robert Kewitz mit der „Kataja“. Den Preis bekommt diejenige Mannschaft, die mindestens zur Hälfte unter 21 Jahren alt ist. Auch das beste Charterschiff wurde geehrt. Glückliche Sieger waren Frank Matschukat und seine Crew auf der „Enjoy“. Prominenter Teilnehmer und wiederkehrender Gewinner der Trophäe für die älteste Mannschaft ist Walfried Lucksch, der sich mit seiner Crew auf der „Lucky Star“ zwei Tage und sieben Stunden den Weg rund um die dänische Insel und wieder zurück in den Warnemünder Hafen erkämpfte. Die Gesamtwertung des WARNEMÜNDER WOCHE-Cups, ebenfalls gestiftet von der „hanseboot“, gewann die „Imagine“. Die Wertung setzt sich zusammen aus den Ergebnissen, die die Yachten beim Warnemünde Cup, den 2 Up & Down Regatten und der hanseboot Rund Bornholm Regatta einfahren.

In Warnemünde wurde jeder und alles »gesandstrahlt«

© Pepe Hartmann

Der Skipper der Rostocker Yacht „Universitas“ Hauke Sponholz (24) war das dritte Mal bei der hanseboot Rund Bornholm dabei. An Bord waren sieben weitere Mitsegler, die allesamt das Kreuzen ab Darßer Ort seit Dienstagnacht als besonders ermüdend empfanden. „Bei 30 Knoten Wind von vorn und 2 Meter Welle bewältigt man keine großen Strecken. Wir mussten neun Stunden lang kreuzen. Zwei Mitsegler waren seekrank.“ Der böige und drehende Wind in der Nacht setzte allen teilnehmenden Yachten zu, da ständig die Segel gewechselt werden mussten, um möglichst den besten Speed zu fahren.

Strand kontra Land? Sturm kontra Protokoll? - Eine Zwischenbilanz

Halbzeit bei der 78. WARNEMÜNDER WOCHE. Besucher standen an den ersten fünf Tagen vor der Entscheidung: Strand oder „Land“. Klar, dass bei diesem Superbadewetter oft der Strand und das Wasser gewinnen. „Aber“, so Inge Regenthal vom Warnemünde Verein e.V., „dort, wo etwas passiert, sind Zuschauer da. Und auch die Händler sind zufrieden. Und unsere Vereinsmitglieder, die am Glashäger-Stand gesponserte Getränke für die Vereinskasse verkaufen, sind es auch.“

Jörg Bludau, der im Auftrag des Vereins das Kultur- und Marktprogramm seit vielen Jahren organisiert, bestätigt die Einschätzung von Inge Regenthal.

„Viele Besucher kommen nach Warnemünde, um das Sommerfest der WARNEMÜNDER WOCHE zu erleben und zu genießen. Die Bühne am Leuchtturm ist dabei das Zentrum des Besucherinteresses, wohl auch, weil hier für Jung und Alt, für alle Geschmäcker, von Popmusik bis Shantys alles dabei ist.“ Einschließlich attraktiver Angebote für den Nachwuchs, wie die „Kinderpiratenshow“, die durchaus Anlass war, am Strand zu fordern: „Mama, ich will zur Bühne!“

Der erfahrene „Kulturarbeiter“ Bludau hat 85 Programmpunkte mit 850 Mitwirkenden zu bieten, die sich trotz der Hitze wirklich professionell präsentieren, so der immer – auch bei Stress, Hitze und Sturm – freundliche Warnemünder.

Mike Knobloch, Spiritus Rector der Sport & Beach Arena, blickt ebenfalls zufrieden auf die erste Hälfte des maritimen Festes zurück, allerdings auch mit Sorge in die zweite Halbzeit.

„Unsere Grundidee der Arena mit Möglichkeiten für Sport, Events, Chillen und hautnahem Erleben der Wettkämpfe auf dem Wasser hat sich im 2. Jahr wunderbar in der Praxis bestätigt. Die LED-Leinwand mit Liveübertragungen ist der ‚Hammer‘. Das gesamte Zelt ist größer als im Vorjahr und wir haben bisher rund ein Drittel mehr Gäste. Der Ansturm am Samstag war so groß, dass die Hamburger schon 17.30 Uhr alle waren und unser Caterer nachordern musste.“ Nicht nur die Idee ist innovativ, sondern auch die Art und Weise, wie Trendsportarten zum Selbermachen angeboten werden, wie z.B. KUBB, Skimboarding oder Beach-Biathlon für Kinder. Und die Sorgen? Die Sturmverhältnisse entwickelten sich so, dass der beliebte Empfang des Rostocker Oberbürgermeisters, Roland Methling, am Donnerstag nicht in der Arena stattfinden kann, sondern in den Lokschuppen auf der Mittelmole verlegt werden muss. Auch wenn der Sturm das Protokoll und weitere Vorhaben am Strand durcheinander wirbelt: Die Sport & Beach-Arena ist eine attraktive Bereicherung der WARNEMÜNDER WOCHE. Und sie hat Zukunft!


© Pepe Hartmann

Tabellarische Übersicht der Sieger der hanseboot Rund Bornholm:

Gruppe ORC 1

Bootsname

Steuermann-/frau

Bootstyp

Heimathafen

1. IMAGINE

Holger Streckenbach

X-41

Greifswald

2. Glashäger

Oliver Schmidt-Rybandt

VO.60

Rostock

3. Uijuijui

Friedrich Hausmann

Rainbow 42

Hamburg

 

Gruppe ORC 2

Bootsname

Steuermann-/frau

Bootstyp

Heimathafen

1. Schlawutzi

Martin Rafalczyk

Faurby 424

Lemkenhafen/Fehmarn

2. Tøsen

Carl Rasmus Richardsen

MaxFun 35

Flensburg

3. Enjoy

Frank Matschukat

Salona 42 ibc

Stralsund

 

Gruppe ORC 3

Bootsname

Steuermann-/frau

Bootstyp

Heimathafen

1. RubiX

Hans-Christoph Burmeister

X-332

Hamburg

2. Geronimo

Falk Einecke

Vision 32

Berlin

3. Lucky Star

Walfried Lucksch

First 375 (SK)

 

 

Gruppe Yardstick 1

Bootsname

Steuermann-/frau

Bootstyp

Heimathafen

1. Phoenix II

Thomas Kaul

Varianta 44

Seedorf

2. Jet leg

Tino Juncken

Varianta 44

Stralsund

3. Maximum

Jörg Bardeleben

Varianta 44

Berlin

 

Gruppe Yardstick 2

Bootsname

Steuermann-/frau

Bootstyp

Heimathafen

1. Galicia

Uwe Braun

FF95

Berlin

2. Kattaja

Robert Kewitz

X-99

Rostock

3. Drei auf X

Holger Linke

X-99

Berlin

 

Gruppe Yardstick 3

Bootsname

Steuermann-/frau

Bootstyp

Heimathafen

1. Janine

Klaus Langer

Dehler Optima 106

Datteln

 

Autor: GS 

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