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22.04.2013

Segeln in der Draufsicht

Interview mit Dr. Jörn-Christoph Jansen

Als Jury-Mitglied auf der WARNEMÜNDER WOCHE

J-CJ_WW_SZ_05_13
Jörn-Christoph Jansen (r.) arbeitete konzentriert beim Opti-Team-Race 2012 im engen Gebiet des Alten Stroms
© Peter Zeidler
Hallo Jörn-Christoph, wie kamst du zum Segeln und was machst du links und rechts dieses Fahrwassers?
J-CJ: Mein Großvater war eigentlich Fußballer und spielte nach dem Krieg – verletzungsbedingt – Tischtennis. 1959 kam er zum Segeln und war in Güstrow als Wettfahrtleiter und Schiedsrichter im Einsatz. Mein Vater, der 1959 selbst erst 9 Jahre alt war, segelte fortan bis heute aktiv – und erfolgreich. Wenn der Großvater und der Vater in einem Segelverein sind, dann ist man selbst schnell in diesem Fahrwasser. So begannen mein Bruder und ich klassisch das „Segel-Abc“ im Optimisten und segelten danach Pirat. Nach einer Pause aufgrund von Studium und Promotion liegt mein Schwerpunkt inzwischen in der Schiedsrichterei, sofern es der Job zulässt. Unter der Woche arbeite ich seit kurzem in Schwerin als Jurist für den Arbeitgeberverband Lübeck-Schwerin e.V. Ich hoffe, ich komme auch in diesem Jahr ab und an zum Fahrtensegeln.

Seit wann bist du bei der WW dabei?
J-CJ: Seit 2009 gehöre ich zur Jury-Crew. Zunächst war das eigentlich ein 3-Tage-Einsatz, weil ich damals in Vorbereitung auf mein 2. Staatsexamen war und nicht mehr Zeit hatte. Seit 2010 bin ich über die gesamte Dauer eingesetzt. Im letzten Jahr habe ich zusätzlich im Organisationskomitee den Bereich „Versicherung Jury / Recht“ übernommen.

Wie schaut der Rest des Jahres aus, bist du noch irgendwo eingebunden?
J-CJ: Neben der WARNEMÜNDER WOCHE schiedse ich eigentlich über das ganze Jahr, auch bei Deutschen Meisterschaften in der ganzen Bundesrepublik. Vielleicht kommt irgendwann auch das Ausland dazu. Außerdem schiedse ich viel und gern bei Veranstaltungen meines Wassersport-Vereins-Güstrow e.V. auf dem Inselsee. Herausragendste Regatta ist das Silberne Beil für die Klasse Pirat, das in diesem Jahr zum 57. Mal stattfindet und regelmäßig 40 bis 60 Piratencrews nach Güstrow lockt. Außerdem übernehme ich hier meistens auch die Leitung des Organisationsbüros.

Wie sieht so ein Jury-Tag während der WW aus?
J-CJ: Nach dem Frühstück treffen wir uns um 9.00 Uhr zur Lagebesprechung mit allen Jurymitgliedern. Der Chairman, Gode Sevecke, erläutert uns den aktuellen Wetterbericht und was am Tage auf welcher Bahn passieren wird, d.h. welche Klassen wo segeln, wie viele Wettfahrten geplant sind usw. Anschließend verteilen wir die Juryboote. Immer zwei Jurymitglieder fahren auf einem Boot. Häufig fährt ein nationaler mit einem internationalen Schiedsrichter zusammen, aber im Laufe der Woche fährt jeder mit jedem. Wenn wir auf unsere Bahn fahren, melden wir uns ab. Auf dem Wasser wechseln wir uns pro Wettfahrt oder öfter ab, sodass jeder mal das Boot fährt und der andere Schiedsrichter-Aufgaben wie Diktieren, Zeigen der Flaggen oder Kommunikation per Funk übernimmt. Nach Rückkehr von der Ostsee melden wir uns zurück im Jurybüro und im Lagezentrum. Anschließend warten wir die Protestfristen aller Bahnen ab. Wenn es dann Proteste gibt, werden diese häufig noch am selben Abend verhandelt und entschieden. Zum Teil arbeiten dann zwei Jurys nebeneinander. Andernfalls übernehmen die Schiedsrichter, die nicht für die Jury eingeteilt sind – wobei wir uns auch dabei abwechseln – andere Aufgaben, wie z.B. Schreibarbeiten, Aushänge oder das Aus- und Anrufen der Protestparteien. Nach der letzten Protestverhandlung gehen wir häufig gemeinsam zum Essen und freuen uns auf unser Feierabendgetränk.

An welche Begebenheit aus dem letzten Jahr erinnerst du dich besonders und warum?
J-CJ: Ich erinnere mich besonders an das erstmalige Opti-Team-Race, das im „Beutel“ des Alten Stroms stattfand. Zwei Tage war ich dort gemeinsam mit Olaf Wulf (Berlin) als Schiedsrichter im Einsatz. Die Windverhältnisse waren eigentlich katastrophal, aber wir haben das Segeln den Zuschauern mal viel näher bringen können als draußen auf der Ostsee und die Brücke über dem Alten Strom war immer gut gefüllt. Auch der NDR war vor Ort und Uli Finckh hat live kommentiert.

Was nervt eigentlich so richtig und was ist das Spannendste an dem Job?
J-CJ: Das nervigste an dem Job ist, dass viele – auch viele Schiedsrichter – die Jury nicht als Dienstleister begreifen. Auch uns darf man gerne auf dem Wasser fragen, natürlich nicht während der Wettfahrt. Wir opfern ja unseren Urlaub, damit andere ihrem Hobby nachgehen können. Aber wir machen das Jahr für Jahr, weil es auch uns Spaß macht. Spaß macht es nicht, wenn ich besonders viele „gelbe Flaggen“ zeigen musste, denn das bedeutet ja, es gab entsprechend viele Regelverstöße. „Kollegen“, die so ihren Job verstehen, sind nervig.
Spannend ist sehr viel: Zunächst einmal natürlich der Austausch mit vielen anderen Schiedsrichtern. In Warnemünde ist ja besonders interessant, dass Schiedsrichter anderer Nationen dabei sind, von denen man viel lernen kann. Spannend können auch Diskussionen in Protestverhandlungen sein.

Was ist die WW für dich ganz persönlich?
J-CJ: Die Warnemünder Woche ist für mich DAS Sportereignis in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn Segler aus 25 bis 30 Nationen von verschiedenen Kontinenten in der eigenen Heimat zusammenkommen, um sich sportlich zu messen, dann ist das was ganz Besonderes. Dass ich da dabei sein darf und jedes Jahr viele Freunde, die man hier über die Jahre gewonnen hat, wieder treffe, macht die WARNEMÜNDER WOCHE für mich persönlich zum seglerischen Highlight des Jahres.

Dieser Artikel erschien in der 05-13 Ausgabe der Segler-Zeitung

Autor: GS 

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