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20.06.2017

Auf dem Alten Strom tobt eine Seeschlacht - Das Waschzuberrennen feiert sein 30. Jubiläum

Am Samstag, den 1. Juli, gibt es wieder jede Menge Wagemutige auf ausgefallenen Konstruktionen zu sehen. Es ist wohl der verrückteste Wettkampf der WARNEMÜNDER WOCHE, denn neben Schnelligkeit geht es hier auch um Entertainment-Qualitäten und Kreativität. Während bei den Zuschauern Humor gefragt ist, darf bei den Teilnehmern eine gewisse Seetauglichkeit nicht fehlen.

Ultimatives Chaos und abgesoffene Teams

Ein Bild aus alten Tagen, vom ersten Waschzuberrennen 1986 im bereits damals voll befüllten Alten Strom

© Thomas Ulrich
Erwachsene Männer und Frauen, die sich in selbstgebauten, mehr oder weniger schwimmfähigen Fahrzeugen ein Rennen liefern, dabei Geschicklichkeitsaufgaben lösen, sich anschließend allerlei Wurfgeschosse um die Ohren hauen und zum Schluss von Neptun persönlich bewertet werden. Klingt verrückt? Ist es auch! Aber genau so findet seit über 30 Jahren in Warnemünde das Waschzuberrennen statt. Hinter dem ganzen Spektakel steht der Faschingsclub IHS-Fasching „Die Macher“ e.V. Die Idee dazu entstand, nachdem einige Mitglieder des Clubs (allesamt Studenten an der Ingenieurhochschule für Seefahrt in Rostock/Warnemünde) mehrfach erfolgreich an einem Seifenkistenrennen in Heiligendamm teilgenommen hatten. Schnell wurde es ihnen zu langweilig, also entschied man sich, ein eigenes Rennen auf die Beine zu stellen. Wie es sich für Seefahrtsschüler gehört, durfte der Bezug zum Wasser natürlich nicht fehlen.

1986 wurden die ersten Zuber zu Wasser gelassen. Das erste Rennen lief ziemlich chaotisch, denn Start und Ziel waren nicht eindeutig erkennbar. Spaß gemacht hat es trotzdem. Und nachdem die Teilnehmer plötzlich anfingen, sich mit Wasser zu bespritzten, war sogleich die Seeschlacht geboren. Über die Jahre blieb es aber nicht bei Wasser. Von Mehltüten und nassen Brötchen über Fisch bis hin zu Kuhdung wurde so einiges verfeuert – Hauptsache weich und biologisch abbaubar. Auch die Zuber veränderten sich. Zeitweise nahmen 15 bis 20 Großzuber mit jeweils bis zu 15 Personen teil. Aus Sicherheitsgründen musste dem Trend, immer größere Fahrzeuge zu bauen, irgendwann Einhalt geboten werden. Heute sind eine Höhe von maximal drei Metern und eine Besatzung von höchstens sechs Personen vorgeschrieben. Der Kreativität der Teilnehmer hat das aber nicht geschadet. Autos, Dampflokomotiven und Piratenschiffe waren schon auf dem Alten Strom zu sehen. Einzige Bedingung: Die Fahrzeuge müssen aus schwimmfähigen Behältnissen gebaut sein, die von ihrer ursprünglichen Bestimmung her nichts mit Wasserfahrzeugen zu tun haben.

Eine Original-Anzeige des 1. Spektakels

Das Rennen an sich fordert den Teilnehmern so einiges ab. Zum einen geht es um Geschwindigkeit, zum anderen muss die Geschicklichkeit unter Beweis gestellt werden. Dazu müssen unter gegenseitigem Behindern Enten eingesammelt und eine Glocke geläutet werden, die über ein Seil zu erreichen ist. Damit auch die Showeinlagen nicht zu kurz kommen, werden dafür von Neptun und seinem Gefolge Extrapunkte vergeben. Neben dem begehrten Pokal für den Gesamtsieger, werden unter anderem Preise für das „abgesoffenste Team“ oder der „Ultimative Chaospreis“ verliehen. In diesem Jahr wird außerdem ein SUP-Spiel stattfinden bei dem Wassersäulen befüllt werden müssen. Natürlich darf auch die traditionelle Seeschlacht nicht fehlen und nach der Siegerehrung sind alle Teilnehmer zur großen Sommerparty eingeladen!

 

Hier geht´s zur Veranstaltung und zur Bildergalerie.

 

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