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08.07.2015

„Ruhetag“ auf der WARNEMÜNDER WOCHE

Mittwoch setzte sich das wechselhafte Wetter fort, was zur Absage von allen Regatten führte. Die für heute in der Sport & Beach Arena geplante Unternehmer-Regatta der IHK entfiel aufgrund des zu starken und böigen Windes mit Spitzen bis zu 35 Knoten.

Sieger der Dyas: Thomas Eckardt (v.l.) und Jan-Peter Hein mit Wettfahrtleiter Piotrowski und Hauptwettfahrtleiter Niemczewski

© Pepe Hartmann
Selbst die Skimboarder konnten heute nicht ihre Bretter auf das flache Wasserbecken werfen, denn die leichten Boards entwickeln eine Eigendynamik im Starkwind und sind nicht zu beherrschen. Die einzige Klasse, die heute noch Wettfahrten gehabt hätte, sind die Dyas. Jene entschieden sich mit ihrem Wettfahrtleiter gegen ein Auslaufen und somit für die Sicherheit von Mensch und Material. „Am Sonntag hatten wir zu wenig Wind, Montag und Dienstag war er schwer berechenbar und heute ist es zu viel – aber wir hatten trotzdem Spaß und ein wenig Glück gehört halt auch immer zum Segeln dazu“, resümiert Thomas Eckardt die vergangenen Tage. Zusammen mit seinem Vorschoter Jan-Peter Hein steht er nach sechs Wettfahrten ganz oben auf dem Treppchen.
Die 29er nutzten den nicht ganz so starken Wind am Vormittag, um für ihre IDJM zu trainieren. Es haben 34 Teams gemeldet.

© Pepe Hartmann

Einzige Segler auf dem Wasser waren die Rückkehrer der hanseboot Rund Bornholm Regatta, welche live im Internet verfolgt werden kann. Die Siegerehrung findet am Donnerstag um 17.00 Uhr auf der Bühne am Leuchtturm statt. Bis zum Redaktionsschluss waren 16 Teilnehmer der hanseboot Rund Bornholm im Ziel und sicher in den Warnemünder Hafen zurückgekehrt. Zehn Yachten hatten zu dem Zeitpunkt schon aufgegeben und sind andere Häfen angelaufen bzw. unter Maschine weiter gefahren. Das „first ship home“ war die „Glashäger“, welche am Dienstag um 23.50 Uhr die Ziellinie passierte. Sie war somit 31 Stunden und 15 Minuten unterwegs. „Wenn man selbst Segler ist, dann ist man froh über jede Yacht, die heil ins Ziel kommt. Ich fühle da mit“, sagt Petra Müller und fügt an, dass einige Segler auch nur mit Vorsegel einliefen, weil ihr Großsegel zerrissen war. Hinter den Kulissen findet Segeln im Übrigen auch an Land statt, beispielsweise im Fall der Jury.


© Pepe Hartmann

Segeln an Land - Zwei Schweizer an der Ostsee

Die zwei Schweizer sind Mitglieder der Jury der 78. WARNEMÜNDER WOCHE

© Klaus-Dieter Block
Die Schweiz liegt bekanntlich nicht am Meer, verfügt aber über eine lebendige Seglerszene und zahlreiche Segelreviere auf den erstaunlich vielen Seen der Alpenrepublik. Und dennoch: Das Meer ruft! Das warme Mittelmeer, aber zunehmend auch die „kalte Ostsee“.

Peter Stucki (69) kennt das Seebad der Hansestadt und die WARNEMÜNDER WOCHE und ist zum dritten Mal Mitglied der Internationalen Jury. Der erfahrene und auch international erfolgreiche Regatteur, so heißen die Regattasegler in der Eidgenossenschaft, ist seit zwölf Jahren internationaler Segelschiedsrichter und wirbt zu Hause für das Segelrevier an der Mündung der Warnow.

„Starker Wind, schönes Wellenbild, da müsst ihr hin!“ Die Schweizer Segler sind seit vielen Jahren Stammgäste, bestätigt die Warnemünderin Jutta Mohr. In diesem Jahr sind 17 dabei. Für den Züricher Dr. Pierre M. Hoch ist es das erste Mal, dass er in der Internationalen Jury der Segelwoche in Warnemünde mitwirkt. Darüber freut sich der 82-jährige sichtlich. Seit 1945 ist er Mitglied des Zürcher Yacht Clubs, also 70 Jahre, und hat ebenfalls viel „regattiert“. Seine erste Regatta nach dem Krieg gab es 1949 in Schweden, also in dem Jahr, als der „Redaktor“ (= Redakteur) dieser Zeilen geboren wurde.

Beide Schweizer halten die eigene Segelerfahrung für ihre Schiedsrichtertätigkeit als enorm wichtig: „Man muss wissen, wie die Regatteure ticken.“ Zum Ticken gehört hin und wieder wohl auch das „Tricksen“. Wer mit dem Wasser und dem Segeln als Akteur und Schiedsrichter so lange verbunden ist, muss schon „inneres Feuer“ haben. Natürlich denken die beiden gestandenen Schweizer an das Ende ihrer Schiedsrichterlaufbahn. Peter Stuckli will mit 70 aufhören und Pierre M. Hoch im Jahre 2017, auch um jüngeren Platz zu machen. Hier stutzt der Redaktor, weiß er doch um die Nachwuchssorgen bei den Segelschiedsrichtern.

Und er verkneift sich die Frage: „Na, vielleicht doch noch ein Jährchen?“, auch weil beide in unserem Gespräch von ihren „Plänen danach“ gesprochen haben. Und darunter sind natürlich auch nicht wenige Segelpläne.

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